Wednesday, 12 September 2018

Um 1020 kamen wir mit dem Postauto in Vrin an. Wir entschieden die Abkürzung mit dem Bus von Vrin Post nach Puzzatsch auszuschlagen. Das Wetter war zu schön und Zeit war ja auch genug eingeplant ;-).
Unterwegs kam uns noch ein Alpabzug entgegen, welchen wir abwartend an uns vorbeiziehen liessen. Kontinuierlich auf guten Wanderwegen ging es zum Pass Diesrut auf 2438m hinauf. Schöne grüne, teilweise rot schimmernde Wiesen prägten das Panorama. Zum Glück begleitete uns auch ab und zu ein Wind, welcher die Anstrengung zu kühlen vermochte. Auf dem Pass angekommen, konnten wir die Weite der Greina Ebene mit ihren Bächen erblicken. Der Aufstieg hat sich definitiv gelohnt. In der Ferne war auch schon die Brücke über den Bach zu sehen, über welchen der Weg zur Terrihütte führte. Nach wenigen Schritten machte dann jedoch mein rechter Wanderschuh schlapp. Konkret löste sich 3x alle 10 Meter ein Stückchen mehr von der Sohle. Der Versuch die Sohle mit Schnur am Schuh zu fixieren schlug kläglich fehl. Nachdem sich die ganze Sohle am rechten Schuh gelöst hatte und ich gerade mal 10 Meter mit der neuen Beschnürung zurückgelegt hatte, löste sich auf einmal die gesamte Sohle des linken Schuhs - einfach unglaublich. Karin konnte ihr Lachen über die sich ablösenden Sohlen nicht mehr verbergen. Ich glaube es fehlte nicht viel und das Echo des Lachens wäre über die Greina Ebene 2x bei mir angekommen ;-). Tja ... mit zwei fixierten Sohlen versuchte ich den Weg zur Brücke runter zurückzulegen. Auf der anderen Seite der Brücke angekommen stellten wir fest, dass der Weg dort mit Stahlseilen gesichert war um sicher über traversierende Felsplatten und enge Passagen zu kommen. Um die Stelle zu meistern und meine Begleitung bei diesen Passagen zu unterstützen, habe ich dann kurzerhand die Sohlen eingepackt und bin direkt auf dem "Fussbett" des Schuhs weiter gelaufen.
Nachdem wir die Klettersteig Passage um den "Muot la Greina" geschafft hatten, sahen wir auch umgehen die Terrihütte vor uns auf der Anhöhe. Um 1600h kamen wir bei der Hütte an und wurden freundlich empfangen. Mit einem Haselnusskuchen, Fruchtkuchen mit Kokosnussflocken und einem kühlen Bier belohnten wir unsere Anstrengungen des Tages. Es war noch genug Zeit um die Gegend und Aussicht zu bestaunen, bis um 1900 Uhr das Abendessen serviert wurde.

In der Nacht auf den 13. September wurde der klare Sternenhimmel von einer kleineren Regenfront abgelöst und so gegen 0500h fielen die ersten Regentropfen auf den Fenstersims. Der Regenschauer war aber nicht weiter schlimm, da er nicht lange dauerte. Am Morgen war nichts mehr zu sehen ausser mystische Nebelschwaden rund um die Terrihütte. Diese verzogen sich allerdings zügig und waren um 0815, als wir von der Hütte losliefen, schon mehrheitlich aufgelöst. Über die "Plaun la Greina" ging es dann zum "Passo della Greina". Unterwegs gab es nochmals eine kurze Passage, wo man sich über eine Felsformation mittels einem Drahtseil sichernd fortbewegen musste. Danach konnte man erneut das Panorama in den Bergen geniessen. Es gab auch mehrere Schafhirten die ihre Schafe über die steilen Alpenwege führten. Kurz darauf (ca. 1045h) kamen wir bei der Capanna Scaletta vorbei. Ebenfalls eine SAC Hütte zum Übernachten. Danach ging es dem "Val Camadra" hinunter Richtung Campo Blenio. Unterwegs lohnt sich eine Rast am Brenno Bach mit seinem kristallklaren Wasser. Um 1410 kamen wir in Blenio an. Leider fuhr der Bus erst um 1615 nach Olivone und in Blenio gab es kein Restaurant oder Kiosk um sich ein kühles Getränk zu kaufen. Aber nach dieser schönen Tour und dem Wetterglück war das alles nur halb so arg. Immerhin gab es Handy Empfang ;-).



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